REMON - Innovationen

Floating Car Data (FCD), auch bekannt als Probe Data, ist heutzutage eine allgemein gebräuchliche Technologie. FCD-Systeme werden in einer Reihe von Städten betrieben. Sie dienen der Erfassung von Geschwindigkeit und Standort der ausgestatteten Fahrzeuge. Neben anderen Städten sind dies: Berlin, Hamburg, Nürnberg, München, Stuttgart, Graz, Wien, Göteborg, Stockholm, Peking, Ningbo, Chengdu, Hefei, Hangzhou, und Shanghai (siehe auch LISTL/DAMMANN 2009; DEMIR et al. 2003). In vielen Fällen basiert das FCD-System auf Taxiflotten. Es bestehen aber auch Busflotten oder Flotten von Paketdienstleistern.

Seit Beginn der frühen 2000er Jahre hat der Projektpartner DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) die FCD-Technologie in einigen deutschen Städten eingesetzt (SCHÄFER et al. 2003, 2002; KÜHNE 2003; siehe auch STEINAUER et al. 2006; LEDUC 2008: 22f. für beispielhafte Anwendungen). Der Großteil der Verkehrsinformationssysteme, die auf FCD basieren, wird in Städten betrieben, weil bereits eine relativ kleine Flotte die urbanen Gebiete gut abdecken kann. Jedoch gibt es auch einige Firmen, die Verkehrsinformationen auf nationaler Ebene anbieten. Neben anderen ist dies der Autobauer BMW. Ähnliche Systeme bieten Firmen wie TomTom und Navteq an. Sie kombinieren Verkehrserfassung via GPS und Mobilfunksystemen (GSM/3G) als auch von stationären Verkehrsdetektoren an (TomTom 2011; LEDUC 2008).

Verkehrserfassungssysteme, die auf dem FCD-Ansatz beruhen, empfangen ihre Daten normalerweise von vierrädrigen bzw. zweispurigen Fahrzeugen. Durch Anwendung der GPS-Technologie wird der Standort, die Zeit sowie mittelbar die Geschwindigkeit der Fahrzeuge in regelmäßigen Zeitabständen erfasst. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf der Straße dient als Indikator für den Verkehrsfluss und die Verkehrsdichte und dadurch für Verkehrsprobleme wie Staus. Die Relation zwischen Geschwindigkeit, Verkehrsfluss und Verkehrsdichte ist empirisch ermittelt und in sogenannten Fundamentaldiagrammen beschrieben.

Im Gegensatz zu europäischen und nordamerikanischen Städten dominieren in Hanoi Zweiräder den städtischen Verkehr. Viele ostasiatische Städte wie Hanoi, Ho Chi Minh City, Bangkok oder Jakarta, die alle einen hohen Anteil an Zweirädern haben, werden als “ motorcycle dependent cities ” bezeichnet (siehe BARTER 1999, KHUAT VIET 2006). Aus dem hohen Anteil an Zweirädern ergibt sich eine Herausforderung bei der Entwicklung eines Verkehrsinformationssystems in Hanoi. Zweiräder sind deutlich flexibler, und es ist ihnen möglich, auch dann noch zu fahren, wenn vierrädrige Fahrzeuge bereits durch Stau zum Stoppen gezwungen werden. Die hohe Agilität von Zweirädern bedeutet auch eine Herausforderung für die Verkehrserkennung. Das REMON-Projekt wird Floating Phone Data (FPD), einen ähnlichen Ansatz wie FCD, verwenden. Der FPD-Ansatz basiert auf Mobiltelefonen und Smartphones, die mit GPS ausgestattet sind. Da die mathematischen Modelle des Standard-FCD in Hanoi nur bedingt angewendet werden können, um den Verkehrsfluss zu ermitteln, müssen neue leistungsfähige mathematische und statistische Analyseverfahren ermittelt werden, um Geschwindigkeit, Verkehrsfluss und Verkehrsdichte auf den Straßen Hanois zu bestimmen.